Schnarchen und Schlafapnoe
 

Wir sind eine seit 1999 auf "Schnarchenschienen" spezialisierte Praxis und arbeiten interdisziplinär mit Pneumologen und HNO-Ärzten zusammen.

Was ist Schnarchen ?

Über Menschen, die schnarchen, werden gerne Witze gemacht. Dabei ist Schnarchen alles andere als eine scherzhafte Angelegenheit.

Lautes Schnarchen kann vielmehr ein ernst zu nehmendes Anzeichen für schlafbezogene Atmungsstörungen sein. Ca. 10 - 30% der Erwachsenen schnarchen im Schlaf. Schnarchen kann eine Lautstärke erreichen, die an die Geräuschentwicklung von Pressluftbohrern heranreicht, über mehrere Räume hinweg zu hören ist und manchmal bis zur benachbarten Wohnung durchdringt.


Bei normaler Atmung strömt die Luft durch die Nase und den Rachen. Im Wachzustand halten verschiedene Muskeln diesen Atemkanal offen. Wenn man einschläft, nimmt die Spannung der Muskulatur ab. Im Normalfall reicht die Restspannung der Muskulatur auch im Schlaf aus, um den Atemkanal offen zu halten.

Wenn nun während des Schlafes die muskuläre Spannung des Gewebes nachlässt, kommt es zu einer Verengung des Rachenraumes. Die benötigte Luftmenge muss mit größerer Geschwindigkeit angesaugt werden. Durch Vibration der erschlafften Rachenmuskulatur entsteht das Schnarchgeräusch.

Die Einengung des Rachenraumes kann begünstigt werden durch große Rachenmandeln, einen langen weichen Gaumen und ein langes, vergrößertes Rachenzäpfchen. Auch Einlagerung von Fettgewebe (bei Übergewicht) kann zu dieser Atemwegseinengung beitragen.

Schnarchen wird in einer Zweierbeziehung fast immer als störend empfunden. Schnarchen ist in der Bevölkerung weit verbreitet und nimmt mit dem Alter deutlich zu:

30-jährige:
10 % der Männer und 5 % der Frauen schnarchen

60-jährige:
60 % der Männer und 40 % der Frauen schnarchen.

Schnarchen kann harmlos sein (gutartiges Schnarchen), aber es kann auch eine Gesundheitsgefährdung bedeuten: Wenn es beim Schnarchen zusätzlich zu Atemstillständen kommt, kann eine ernst zu nehmende Erkrankung vorliegen, die die Lebenserwartung um Jahre verkürzen kann.


Diagnose

In den meisten Fällen ist es der Lebenspartner, der den Betroffenen auf die Problematik des Schnarchens aufmerksam macht und ihn bittet, einen Arzt aufzusuchen. Der Betroffene selbst ist sich oftmals seines Leidens gar nicht bewusst.

Die Verteilung der schlafbedingten Atmungsstörungen in der Bevölkerung ist nicht gleichmäßig. Am häufigsten kommt die Erkrankung beim männlichen Geschlecht jenseits des 40. Lebensjahres vor. Darüber hinaus kann Übergewichtigkeit das Auftreten von Schlafapnoen begünstigen. Frauen sind in geringerem Ausmaß betroffen, noch seltener Kinder.

Die Diagnostik läuft in mehreren Stufen (=Stufendiagnostik) ab. Die Stufen 1 und 2 beinhalten die Beantwortung eines speziellen Fragebogens bzw. die Untersuchung durch den Schlafmediziner.

Wird in den ersten beiden Stufen der Diagnostik ein „obstruktives Schnarchen" oder „Schlafapnoe" festgestellt, wird mit einem Messgerät, das der Betroffene mit nach Hause nimmt, das nächtliche Schlaf- und Atemverhalten aufgezeichnet. Am nächsten Morgen gibt der Patient das Messgerät wieder in der Praxis ab, es wird ausgelesen und die gewonnenen Daten ausgewertet. Diese Messung wird auch als "ambulantes Screening" bezeichnet.

Bei besonderen Fällen, kann die häusliche Datenaufzeichnung zur Stellung der genauen Diagnose nicht ausreichen. In diesen Fällen, wird eine Untersuchung in einem Schlaflabor (=Polysomnographie) nötig. Schlaflabore können in Kliniken integriert sein, oder es sind sogenannte ambulante Schlaflabore, bei denen der Patient nur die Nacht im Schlaflabor verbringen muss. Tagsüber kann er bei einem ambulanten Schlaflabor seinen gewohnten Tätigkeiten, z. B. seiner Arbeit, nachgehen. Im Schlaflabor werden Daten über Hirnströme aufgezeichnet. Hieraus lassen sich die Schlafstadien während des Schlafes ableiten. Zudem werden die Augenbewegungen, die Muskelaktivität der Kinn- und Beinmuskeln, die Schlaflage (Rücken-, Seiten- oder Bauchlage), die Atembewegungen der Brust- und Bauchmuskeln, die Herztätigkeit, der Atemluftfluss, die Sauerstoffsättigung des Blutes und natürlich die Schnarchgeräusche aufgezeichnet.

Erhärtet sich bei der Untersuchung der Anfangsverdacht einer obstruktiven Schlafapnoe oder eines obstruktiven Schnarchens, also um einen Verschluss der Atemwege mit Durchschlafstörung, wird die Empfehlung für den notwendigen therapeutischen Weg festgelegt.

Neben den oben genannten atembezogenen Schlafstörungen gibt es eine Vielzahl weiterer besonderer Formen der Schlafstörungen, die den Umfang der Darstellung in diesem Rahmen sprengen würden. Liegen solche besonderen Formen vor, können sie ebenfalls durch Untersuchungen z. B. im Schlaflabor festgestellt werden.


Was genau haben wir uns unter einer obstruktiven Apnoe vorzustellen ?

Gelegentliche Atemaussetzer (=Apnoen) und verminderte Atemtätigkeit (=Hypopnoen) im Schlaf, sowie zeitweiliges Schnarchen kommen bei vielen Menschen vor und müssen nicht bedenklich sein. Als krankhaft gelten Erscheinungen bei denen, innerhalb einer ausreichend langen Schlafphase pro Stunde durchschnittlich mindestens 10 Atemstillstände (=Apnoen) von 10 Sekunden Dauer oder mehr auftreten. Bei einer obstruktiven Apnoe kommt es dabei zu einer Verengung des Atemkanals bei weitergehenden Atmungsbewegungen. Der Körper versucht, um nicht zu ersticken, weiterzuatmen, kann es wegen der zeitweiligen Verengung aber nicht. Die Sauerstoffsättigung des Blutes wird dadurch vermindert.

Hört die Atmung nicht vollständig auf, nimmt aber der Atemgasstrom um mehr als 50% ab, spricht man von einer Hypopnoe. Auch hier ist die Sauerstoffsättigung des Blutes vermindert.

Addiert man die obstruktiven Apnoen und Hypopnoen pro Stunde, erhält man den Schweregrad der Erkrankung. Ergibt die Addition einen Wert von 10-15 pro Stunde, spricht man von einer mittel-schweren Form. Liegt der Additionswert über 30 pro Stunde beginnt die schwere Form der Schlafapnoe.

Fällt während der Apnoen bzw. Hypopnoen die arterielle Sauerstoffsättigung häufig erheblich unter die kritische Grenze von 90% ab, so muss ein erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen angenommen werden.

Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen richten sich nach der Ausprägung und der Schwere der Erkrankung.

Die alternativen Therapiemöglichkeiten können sein:

  • Überdruckbehandlung / Maskenbeatmung
  • zahnärztliche Schienenbehandlungen
  • chirurgische Maßnahmen
  • medikamentöse Behandlung

Alle Vorgehensweisen werden begleitet von Empfehlungen zu Schlaflage, Gewichtskontrolle, Alkohol- und Tablettenkonsum und zur Schlafhygiene.

Bei den mittleren bis schweren Erkrankungsformen wird in der Regel die Überdruckbehandlung (= CPAP- Therapie) durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Öffnung des Rachens mittels gesteigertem Luftdruck (= pneumatische Schienung), diese Luft wird über eine Nasenmaske zugeführt.

Zahnärztliche Maßnahmen haben wie auch bei der Maskenbeatmung das Ziel, den Luftweg zu erweitern, d. h. die Enge des Atmungskanals zu beseitigen. Dazu bedient man sich unterschiedlicher Schienen. Sie finden Einsatz beim:

  • primären Schnarchen (= sozial störendes Schnarchen)
  • obstruktives Schnarchen (= upper airway resistance Syndrom)
  • bei der leichten bis mittleren Ausprägung der Schlafapnoe
  • bei Versagen der Maskentherapie
  • als Kombination bzw. Ergänzung mit oder zu der Maskenüberdruckbehandlung
  • OPAP (= oral pressure appliance )

Chirurgische Maßnahmen (=operative Maßnahmen) haben ebenfalls das Ziel, den Raum für die Atmung zu erweitern.

Zu den verschiedenen Methoden zählen:

  • Entfernung der Gaumenmandeln
  • Veränderungen an Gaumensegel und Zäpfchen (UPPP, LAUP)
  • Vorverlagerung von Unter- und/oder Oberkiefer
  • Verkleinerung des Zungengrundes
  • Beseitigung von Engpässen in der Nase

 

Vorgehen

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie oder Ihr Lebenspartner bei Ihnen eine schlafbedingte Atemstörung wahrnimmt. Um einen geeigneten Arzt zu finden können sich an uns wenden. Wir können Ihnen entsprechende Adressen zur Verfügung stellen.

Die erforderliche Diagnostik läuft in mehreren Stufen ab (=Stufendiagnostik). Im Rahmen der Stufendiagnostik können folgende Maßnahmen erforderlich sein:

  • Ausfüllen eines Fragebogens
  • klinische Untersuchungen
  • multipler Schlaflatenztest (MSLT)
  • Epworth Sleepiness Scale (ESS)
  • ambulantes Monitoring in gewohnter häuslicher Umgebung
  • polysomnographische Untersuchung im Schlaflabor.

Nicht jeder Betroffene muss zwangsläufig in ein Schlaflabor, dieses hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. In schweren Fällen wird im Schlaflabor nicht nur die erforderliche Diagnostik durchgeführt, sondern auch die Maske für die sogenannte Überdruckbehandlung (CPAP-Behandlung) angepasst und der benötigte Gerätedruck eingestellt. Anschließend wird der Erfolg der CPAP-Behandlung durch nochmalige Messung überprüft.

Diese CPAP-Überdruckbehandlung ist bei mittleren bis schweren Fällen der Schlafapnoe das Vorgehen der Wahl (=Goldstandard).

Kommt der Schlafmediziner aufgrund der ermittelten Daten zu der Diagnose „Leichte bis mittlere Ausprägung einer obstruktiven Schlafapnoe" oder „Obstruktives Schnarchen", kann er als Therapie das Einsetzen von zahnärztlichen intraoralen Anti-Schnarch-Geräten empfehlen Der Patient sollte sich dann an einen spezialisierten Zahnarzt wenden. Dieser wird überprüfen, ob grundsätzlich die Möglichkeit besteht, hier ein Anti-Schnarch-Gerät einzusetzen und die Wahl eines geeigneten Gerätes entsprechend treffen. Der mit einer Schiene versorgte Patient wird nach der Eingewöhnungsphase an den überweisenden Arzt zurück überwiesen, dieser kontrolliert die Schlafwerte durch eine Messung. Wenn der Patient vorab den Wunsch hat, möglichst ein intraorales Anti-Schnarch-Gerät einsetzen zu lassen, kann er sich auch zuerst an den spezialisierten Zahnarzt wenden. Dieser wird den Patienten zu den benötigten Medizinern weiterleiten.

Der Sitz des intraoralen Anti-Schnarch-Gerätes und mögliche Änderungen werden durch den spezialisierten Zahnarzt fortlaufend kontrolliert.

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch das primäre Schnarchen erhebliche Partnerschaftsprobleme durch fortwährende nächtliche Schnarchgeräusche erzeugen kann, weshalb es nicht ungelöst bleiben sollte.

Finanzieller Aufwand

Die Höhe der entstehenden Kosten richtet sich nach der Ausgangssituation und der Vorgehensweise. So gibt es unterschiedliche Geräte, die sich bezüglich der Herstellung unterscheiden. Hieraus resultiert ein unterschiedlich hoher finanzieller Aufwand für die Lösung des Schnarchproblems. In besonderen Fällen wird der eigentlichen Behandlung auch eine Testbehandlung vorangestellt, die dann verwendeten Geräte sind zum Teil vorgefertigt. Die zahnärztlichen Behandlungskosten und die Laborkosten für die zahnärztliche Schnarch- bzw. Schlafapnoetherapie werden dem Patienten privat in Rechnung gestellt. Die zu tragenden Kosten sind untergeordnet, wenn wir uns Folgendes vor Augen halten:

Was zu Anfang einer Partnerschaft noch wie ein zärtliches, tolerierbares Geräusch klingen mag, endet durch immer währenden, nächtelang ertragenen Schnarch-Terror oft in der enttäuschten Feststellung: ,,Das kann ich nicht länger aushalten". Wenn in diesen Fällen der entnervte Griff zum Kopfkissen und die Flucht aus dem gemeinsamen Schlafzimmer folgt, kann dies der Anfang für ernste Spannungen in der Partnerschaft sein. Diese nächtliche Partnerflucht ist oft die einzige Möglichkeit als leidgeprüfter Partner eines Schnarchers, auch endlich schlafen zu können - zwar einsam, aber in himmlischer Ruhe.

Schnarchen war lange eine Erscheinung, unter dem zwar die jeweils schlaflosen Zuhörer litten, die aber keineswegs als gesundheits- oder gar lebensgefährdend galt. Forscher haben herausgefunden, dass die schlafenden menschlichen "Sägewerke" gesundheitlich ganz erheblich gefährdet sind. Und das nicht etwa, weil mancher Bettpartner aus lauter Verzweiflung schon mal Mordgelüste vermeldete, sondern weil es bei Schnarchern immer wieder zu einem Atemstillstand kommen kann. Das geräuschvolle ,,Sägen" wird möglicherweise regelmäßig von sogenannten Schnarchaussetzern unterbrochen. Und genau das kann den Schnarcher krank machen, seine Lebenserwartung um mehrere Jahre verkürzen oder sogar im Extremfall zum plötzlichen Tod führen. Grund genug also das eigene Schnarchen im Zweifel medizinisch untersuchen zu lassen, um das eigene Risiko für die Schnarchfolgen besser einschätzen zu können.

Mit dem neuen Wissensstand sprechen heute die Mediziner von der Volkskrankheit Schnarchen. Unter ihr leiden alleine in Deutschland rund 8 Millionen Menschen. Mit steigender Tendenz, weil mit zunehmendem Alter auch das Schnarchen zunimmt. Die Dunkelziffer wir noch höher eingeschätzt, was durchaus zu verstehen ist, denn welcher Single gesteht schon gerne, dass sie bzw. er zu den nächtlichen Schnarchern gehört oder tagsüber ständig unter einer quälenden Müdigkeit leidet ?

Wenn es Probleme mit den Kostenträgern geben sollte, sind wir gerne bereit Hinweise für und Entscheidungshilfe an die Sachbearbeiter der Krankenkassen/Kostenträger zu geben. Der in Ihrem Fall entstehende finanzielle Aufwand kann nach eingehender Untersuchung durch die Aufstellung eines Therapieplanes festgestellt werden.

Häufig gestellte Fragen

  • Wann schnarchen wir ?
    Ursache des Schnarchens ist eine Erschlaffung des Atemkanals in Höhe des Rachens. In diesem Bereich werden die Luftwege normalerweise durch Muskulatur offengehalten. Im Schlaf erschlaffen diese Muskeln. Bei Schnarchern kommt es schließlich zu einem Hin- und Herflattern der Wände der Luftwege. Besonders der Zungengrund und der weiche Gaumen sind von den Flatterbewegungen betroffen. Schnarchen wird intensiver durch Alkoholgenuss, Gewichtszunahme, sowie durch eine verstopfte Nase. Mit steigendem Alter nimmt das Schnarchen zu.

  • Wie verhält sich Schnarchen zu Schlafapnoe ?
    Während Schnarchen durch eine Einengung der oberen Luftwege zustandekommt, ist Schlafapnoe ein vorübergehender vollständiger Verschluss des Rachens im Schlaf. Es kommt zu wiederholten Atempausen. Dieser Zustand wird als Apnoe bezeichnet. Obwohl der Patient versucht weiterzuatmen, fließt kein Luftstrom mehr. Lautes Schnarchen ist das häufigste Symptom der obstruktiven Schlafapnoe. Die Atempause wird im Gehirn des Schlafenden registriert und durch eine Weckreaktion überwunden. Die Weckreaktion ist lebensnotwendig und bewahrt den Betroffenen vor dem Ersticken. Das Schnarchgeräusch entsteht, wenn man am Ende der Atemstillstandsphase durch die kurze Weckreaktion wieder beginnt weiterzuatmen. Durch die häufigen Weckreaktionen in der Nacht wird der Schlaf ständig gestört. Die Betroffenen finden nicht ausreichend in die erholsamen Tiefschlafphasen. Schnarchen ohne Atempausen ist nicht gesundheitsgefährdend. Falls aber Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, morgendlicher Kopfschmerz oder sexuelle Funktionsstörungen auftreten, liegt der Verdacht nahe, dass die Ursache in den nächtlichen Atempausen zu finden ist. Schwere Schlafapnoe kann ernsthafte Folgen haben wie z. B. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, erhöhtes Herzinfarktrisiko, Schlaganfall, schwere Depressionen und vieles mehr. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie unter Schlafapnoe leiden. Daher ist eine sorgfältige schlafmedizinische Untersuchung erforderlich, um die Schlafapnoe richtig zu diagnostizieren und richtig zu behandeln.

  • Woher weiß ich, dass ich an einer Schlafapnoe leide ?
    Wenn man sich trotz eines vermeintlich guten Schlafes tagsüber ständig müde fühlt und gar zum Einschlafen neigt oder ständig Ein- und Durchschlafstörungen hat, sollte man der Ursache auf den Grund gehen. Suchen Sie unsere Praxis auf, wenn Sie tagsüber ständig müde und unkonzentriert sind, bzw. nachts laut und unregelmäßig schnarchen. Besprechen Sie mit uns die Symptome, die Sie an sich beobachtet haben. Wir werden Sie dann ggf. an den zuständigen Arzt überweisen. Bei Patienten mit Verdacht auf Schlafapnoe wird eine ambulante Schlafaufzeichnung durchgeführt. Sie bekommen das kleine Aufzeichnungsgerät, das an ein Langzeit-EKG erinnert, mit nach Hause. Die Handhabung wir Ihnen vom Facharzt erläutert. Am nächsten Morgen können die gespeicherten Daten über einen Computer in der Arztpraxis abgerufen und ausgewertet werden. Sie erfahren, wieviele Atempausen in der Messnacht auftraten, wie lange sie gedauert haben, wie stark der Blutsauerstoffgehalt durch die Atempausen gesunken ist und in welcher Körperlage die Atempausen verstärkt aufgetreten sind. Anhand dieser Daten stellt der Facharzt die Diagnose und wird dann die verschiedenen Therapiemöglichkeiten mit Ihnen besprechen.

    Hier eine Fragenliste, um Indizien für eine mögliche Schlafapnoe zu bekommen:

    Das Befinden im Wachzustand betreffend:

    • Wachen Sie morgens müde, unlustig und benommen auf und sind im Grunde nicht für den Tag gerüstet?

    • Sind Sie tagsüber sehr müde?

    • Schlafen Sie tagsüber häufig ein, besonders bei monotonen Arbeiten ?

    • Schlafen Sie häufig am Schreibtisch ein ?

    • Schlafen Sie abends vor dem Fernseher regelmäßig ein ?

    • Haben Sie Konzentrationsschwierigkeiten ?

    • Haben Sie Schwierigkeiten, effektiv zu arbeiten und begonnene Aufgaben zu beenden ?

    • Sind Sie bei Routineaufgaben wie benommen ?

    • Kommt es vor, dass Sie im Auto zu Hause angekommen waren, sich aber nicht mehr an die Fahrt von der Arbeit nach Hause erinnern konnten ?

    • Ist es schon vorgekommen, dass sie vor der roten Ampel eingeschlafen sind und beim Grünwerden der Ampel erst durch Hupsignale anderer Autofahrer wieder aufwachten und weiterfuhren ?

    • Sind Sie schon am Steuer eingeschlafen, oder hatten Sie bereits "Beinahe-Unfälle" und sind Sie beim Autofahren oft so müde, dass sie auf einen Parkplatz fahren und wenigstens kurz schlafen müssen?

    Die Grundstimmung und das Verhältnis zu anderen Personen in Ihrer Umgebung betreffend:

    • Bestehen häufig Spannungen zwischen Ihnen und Ihren Familienmitgliedern, Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen ?

    • Haben Sie das Gefühl, Sie hätten den Kontakt zur Welt verloren, seien unfähig, klar zu denken, hätten Gedächtnisschwund oder seien innerlich krank ?

    • Haben Ihre Freunde und Bekannte oder Ihre Frau/Ihr Mann Ihnen eröffnet, Sie hätten sich geändert ? Man kenne Sie nicht wieder ? Irgendwie seien Sie nicht mehr Sie selbst ?

    • Leiden Sie unter Depressionen ?

    • Sind Sie gereizt, übel gelaunt, kaum ansprechbar, vor allem nach dem Aufwachen?

    Ihre körperlichen und medizinischen Befunde betreffend:

    • Leiden Sie an Übergewicht ?

    • Leiden Sie an Bluthochdruck ?

    • Haben Sie Gelenkschmerzen oder fühlen Sich Ihre Gelenke steif an ?

    • Ist Ihre Nase im Liegen verstopft ?

    • Atmen sie gewöhnlich durch den Mund ?

    • Trinken sie regelmäßig oder häufig Alkohol vor dem Einschlafen ?

    • Männer: Ist Ihre Kragenweite 42 oder größer ?

    Schlaf und Schlafzimmer, sowie Kommentare und Bemerkungen Ihres Sozialpartners betreffend:

    • Schnarchen Sie laut oder schnarchen Sie jede Nacht ?

    • Schnarchen Sie regelmäßig nach dem Genuss von Alkohol ?

    • Benutzen Sie und Ihr Sozialpartner eventuell schon getrennte Schlafzimmer wegen Ihres Schnarchens ?

    • Setzt Ihre Atmung während des Schlafes oder mitten im Schnarchen häufig aus (vor allem wenn diese Pausen länger als 10 Sekunden anhalten) ?

    • Schlafen Sie unruhig ?

    • Werfen Sie sich von einer Seite auf die andere ?

    • Ist Ihr Bett am Morgen zerwühlt ?

    • Ist Ihre Schlafhaltung ungewöhnlich ? Schlafen Sie zum Beispiel im Sitzen oder brauchen Sie zum Schlafen mehrere Kissen oder Keilkissen ?

    • Leiden Sie unter Schlafschwierigkeiten ? Haben Sie Mühe einzuschlafen oder wachen Sie nachts häufig oder immer wieder auf ?

    • Müssen Sie nachts mehrfach aufstehen und zur Blasenentleerung die Toilette aufsuchen ?

    • Sind Sie schon einmal während des Schlafens aus dem Bett gefallen ?

      Wenn Ihre Antwort auf eine dieser Fragen JA war, könnte es sein, dass Sie eine Schlafapnoe haben.

    Wenn Sie aber eine der nun folgenden Fragen eindeutig mit JA beantworten, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie an einer Schlafapnoe leiden.

    Diese besonders wichtigen Fragen sind wie folgt:

    • Sind Sie tagsüber sehr müde ?

    • Schlafen Sie tagsüber sehr leicht ein ?

    • Schnarchen Sie jede Nacht und in jeder Körperlage sehr laut ?

    • Setzt Ihre Atmung im Schlaf häufig aus und dauern diese Atemaussetzer länger als 10 Sekunden ?

    In diesem Fall sollten Sie sich zu einer Untersuchung Ihres Schlafes anmelden.

  • Was ist ein intraorales Anti-Schnarch-Gerät ?
    Das intraorale Anti-Schnarch-Gerät (= Anti-Schnarch-Gerät, das der Betroffene selbst in den Mund einsetzt, nachdem es zuvor durch einen spezialisierten Zahnarzt angepasst wurde) ist eine Zahnschiene, die an eine kieferorthopädische Zahnspange oder einen Sportlermundschutz erinnert. Es wird nachts im Mund getragen und verhindert, dass die Rachenmuskulatur im Schlaf zusammenfällt und den Luftweg verlegt. Einige intraorale Geräte halten den Unterkiefer in einer Vorwärtsposition, während andere die Zungenposition direkt beeinflussen. Diese Geräte werden ständig weiterentwickelt und verbessert. Die Forschung auf diesem Gebiet bringt ständig neue Erkenntnisse hervor, die in die Entwicklung neuer Geräte einfließen.Obwohl diese speziellen Zahnschienen nicht bei jedem wirken, kann eine individuell hergestellte und sorgfältig angepasste Zahnschiene das Schnarchen reduzieren bzw. ganz verschwinden lassen. Das intraorale Gerät kann signifikant die Symptome der obstruktiven Schlafapnoe lindern. Es gibt eine Vielzahl erprobter intraoraler Geräte mit unterschiedlichem Wirkungsgrad gegen Schnarchen und Schlafapnoe. Man kann auch schon konfektionierte "Schlafhilfen" in der Apotheke kaufen, aber die effektiven Geräte werden nach individuellen Gebissabdrücken vom spezialisierten Zahnarzt hergestellt. Ob ein individuell angepasstes intraorales Anti-Schnarch-Gerät für Sie geeignet ist, entscheidet der spezialisierte Zahnarzt gemeinsam mit dem Facharzt nach eingehender Untersuchung.

  • Wie lange muss ich in der Nacht das intraorale Anti-Schnarch-Gerät tragen ?
    Das intraorale Anti-Schnarch-Gerät kann nur wirken, wenn es getragen wird. Studien zeigen, dass die Atempausen gehäuft in den frühen Morgenstunden auftreten. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass das Gerät während der gesamten Schlafzeit getragen wird. In den ersten Wochen werden Sie sich eingewöhnen müssen und mit kürzeren Tragezeiten beginnen. Nach und nach werden Sie die Tragezeit der Schiene steigern, bis Sie sie komfortabel die ganze Nacht über tragen können. Es gibt auch Patienten, die die Schiene von der ersten Nacht an problemlos durchtragen.

  • Gibt es Nebeneffekte der intraoralen Anti-Schnarch-Geräte ?
    Während der Eingewöhnungsphase kann es zu morgendlichem Druckgefühl der Zähne oder der Kaumuskeln ("Muskelkater") kommen. Erhöhter Speichelfluss wird auch beschrieben. Diese Nebeneffekte lassen nach einigen Wochen der Eingewöhnung nach. Sie können auch durch Einstellung der Schiene abgemildert werden. Patienten die an Arthritis oder Kiefergelenksbeschwerden erkrankt sind, können Probleme bei der Gewöhnung an das intraorale Anti-Schnarch-Gerät haben. Wenn dem Patienten diese Vorerkrankungen bekannt sind, sollte er dies mit dem Behandler vor der Herstellung des intraoralen Anti-Schnarch-Gerätes besprechen. Bei Verstopfung der Nase, z.B. durch eine Erkältung oder durch Allergien, kann die Effektivität der Zahnschiene herabgesetzt sein. Eine Normalisierung erfolgt, wenn die Nasenpassage wieder ungehindert gewährleistet ist.

  • Wie bekomme ich ein intraorales Anti-Schnarch-Gerät ?
    Wenn Sie sich für ein intraorales Anti-Schnarch-Gerät interessieren, ist es wichtig, dass Sie neben dem spezialisierten Zahnarzt auch von einem Facharzt untersucht werden. Er stellt die Diagnose, ob Sie "nur" schnarchen (= primäres Schnarchen) oder ob bei Ihnen auch nächtliche Atempausen auftreten (= Schlafapnoe-Syndrom). Wenn der Schweregrad Ihrer Schlafapnoe es zulässt, wird er den spezialisierten Zahnarzt veranlassen, einen geeigneten Gerätetyp für Sie auszusuchen. Das intraorale Anti-Schnarch-Gerät wird nach individuellen Gebissabdrücken hergestellt. Dies schließt auch eine spezielle Untersuchung Ihres Kiefergelenkes ein, um eventuelle Vorschäden des Kiefergelenkes in die Therapieüberlegungen mit einfließen zu lassen.

    Der von Ihnen aufgesuchte, spezialisierte Zahnarzt sollte:
    • mit der Grunderkrankung Schlafapnoe vertraut sein,
    • interdisziplinär mit schlafmedizinisch tätigen Ärzten zusammenarbeiten
    • und die Anpassung verschiedenster intraoraler Anti-Schnarch-Geräte zur Therapie des primären Schnarchens und der Schlafapnoe beherrschen.

  • Was macht der spezialisierte Zahnarzt ?
    Beim ersten Besuch werden wir als spezialisierte Zahnarztpraxis sorgfältig einen zahnärztlichen Befund von Ihren Zähnen, dem Zahnhalteapparat, den Kieferknochen und der Zunge erheben. Röntgenaufnahmen sind wichtig, um die Einschätzung des Gebisszustandes abzurunden. Eine Funktionsuntersuchung der Kiefergelenke und Kaumuskeln ist sehr wichtig, um Vorerkrankungen funktioneller Art erkennen zu können. Wenn von unserer Seite nichts gegen den Einsatz eines intraoralen Anti-Schnarch-Gerätes spricht, werden wir Sie veranlassen, einen Facharzt für Schlafmedizin aufzusuchen, um dort eine schlafmedizinische Untersuchung durchführen zu lassen. In manchen Fällen wird auch ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt hinzugezogen, um die Untersuchung zu ergänzen. Dann werden wir mit Ihnen besprechen, welches intraorale Anti-Schnarch-Gerät für Ihre spezielle Gebiss- und Schnarchsituation geeignet ist. Anhand eines Modells können wir Ihnen zeigen, wie das Gerät aussieht und wie es wirkt. Das intraorale Anti-Schnarch-Gerät ist eine privatzahnärztliche Leistung. Wenn der Zahntechniker die Zahnschiene hergestellt hat, werden wir sie bei Ihnen einsetzen. Genaues adjustieren ist hier besonders wichtig ! Wir üben mit Ihnen das Ein- und Ausgliedern des intraoralen Anti-Schnarch-Gerätes und informieren Sie über Eingewöhnungszeit, Nebenwirkungen, Nachsorge, Pflege u.s.w. in ausführlicher Form. Halten Sie die Kontrollintervalle, die Ihnen angeraten werden, genau ein, denn es ist wichtig, dass Kiefergelenkssituation und Bissverhältnisse regelmäßig überwacht werden. Wir werden Ihnen auch sagen, wann Sie sich zur ambulanten Kontroll-Schlafaufzeichnung beim Facharzt wieder vorstellen sollten. Und nicht zuletzt begleiten wir nach der Eingewöhnungsphase mit regelmäßigen Kontrollen die evtl. lebenslange Therapie mit intraoralen Anti-Schnarch-Geräten.

  • Kann ich ein intraorales Anti-Schnarch-Gerät bekommen, wenn ich schon Brücken oder eine Prothese im Mund habe ?
    Patienten mit Brücken oder Teilprothesen können auch erfolgreich mit intraoralen Anti-Schnarch-Geräten behandelt werden, solange noch genügend Zähne vorhanden sind, die der Zahnschiene Halt geben können. Auch Patienten mit Vollprothesen können mit speziellen Schienen behandelt werden. Voraussetzung sind gut sitzende Prothesen. Wir als spezialisierte Zahnarztpraxis können Sie untersuchen und entsprechend beraten.

  • Wie werden intraorale Anti-Schnarch-Geräte gepflegt
    Nach jedem Gebrauch sollten Sie das intraorale Anti-Schnarch-Gerät morgens unter fließendem Wasser abspülen und mit einer Zahnbürste und Zahnpasta putzen. Die anschließende Aufbewahrung sollte in einer sauberen trockenen Schale erfolgen. Bei sehr starker Verschmutzung kann es nach Absprache mit uns angezeigt sein, das Gerät mit einer Prothesenreinigungstablette zu reinigen. Dann kann Ihre Zahnschiene auch noch nach Monaten aussehen wie am ersten Tag, verfärbt sich weniger und schmeckt frischer beim Einsetzen. Wenn Sie eine Zahnschiene tragen, ist eine perfekte Mundhygiene wichtig. Unser Team kann Sie fachkundig unterweisen und Ihre Mundhygiene regelmäßig kontrollieren. Reinigen Sie zuerst die Zähne und ggf. Prothesen mit den empfohlenen Hilfsmitteln. Anschließend spülen Sie mit der angeratenen Mundspüllösung und setzen dann die Schiene ein. Auf eine professionelle Zahnreinigung (nicht nur Zahnsteinentfernung !) durch unser Prophylaxeteam sollten Sie in den für Sie angeratenen Zeitabständen auf keinen Fall verzichten, um Zahnschäden vorzubeugen. So können Sie Ihr Gebiss länger gesund erhalten.

Geräte

Zahlreiche Schienenmodelle wurden zur Therapie des Schnarchens und der Schlafapnoe entwickelt. Im Folgenden können Sie durch Anklicken die gezeigten Schienenmodelle vergrößern oder eine 360-Grad-Ansicht einblenden, in der Sie das Bild drehen können. Für die 360-Grad-Ansicht ist es notwendig viele Daten herunterzuladen, dies kann ein wenig dauern bei langsamen Internetverbindungen.

Hinweis: Die Therapie mittels Anti-Schnarch-Geräten ist kein selbstverständlicher Bestandteil der klassischen Zahnarztausbildung an Universitäten. Hier bedarf es einer speziellen Fortbildung und Erfahrung des Zahnarztes auf dem Gebiet der Therapie mittels Anti-Schnarch-Geräten.

 
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Wir beraten Sie zu diesem Thema auch gerne ausführlich in unserer Praxis.

Ihr Praxisteam für fortschrittliche Zahnmedizin

Dr. Guido Schönwälder




 

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